Google Drive – Erweiterungen und Webhosting

In diesem Artikel zeige ich euch einige interessante Funktionen zum Thema Google Drive, was besonders Webentwicklern gefallen könnte. Drive ist durch Apps erweiterbar und sogar als Webhosting nutzbar. Wie das geht erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Google Drive

Googles eigener Cloud-Dienst „Drive“ hat mehr Funktionen als man beim ersten Eindruck vermuten mag. Kürzlich erst hat Google diese um einen großen Feature erweitert, wodurch man seinen Cloud-Speicher sogar als Webhosting nutzen kann. Freigegebene HTML-Dateien werden somit vom Browser wie gewöhnliche Internetseiten interpretiert. Zusätzlich kann man Bilder, CSS- und Javascript-Dateien auf Drive hochladen und in seine HTML-Dateien einbinden (Skripte werden ausgeführt). Wer bereits eine Internetseite hat könnte somit große Bilder auslagern um Traffic zu sparen.

Erweiterungen

Google Drive kann durch viele Apps im Chrome Web Store erweitert werden.

Meine Favoriten:
Balsamiq Mockups: Mit dieser Erweiterung kann man Interfaces „skizzieren“. Webdesigner können so ihre Internetseiten vorzeichnen/zusammensetzen. Normalerweise ist dies eine Internetseite, doch durch die Erweiterung kann man auf seinem Drive Mockup-Dateien anlegen und diese jederzeit ansehen und das alles im Browser von überall.

Pixlr: Pixlr ist eine Art „Online-Photoshop“. Mit Pixlr kann man direkt im Browser Bilder anlegen und bearbeiten. Die Seite ist sehr komplex, man kann mit Ebenen arbeiten und wenn man sich mit Photoshop auskennt ist vieles intuitiv.

MindMeister: eine sehr komplexe Mindmap-Erweiterung. Die Gratis-Benutzer dürfen nicht so viele Dateien anlegen, jedoch ist das Mindmappen sehr bequem und schnell.

Neutron Drive: ein Online-Code-Editor mit farblicher Hervorhebung, automatischer Einrückung, automatischem Schließen von Klammern und HTML-Tags und Anzeigen von Fehlern in CSS- und Javascript-Quelltexten.

Hellofax: vielleicht so für Webdeveloper, jedoch trotzdem interessant. Mit dieser Seite kann man bis zu 50 Seiten pro Monat kostenlos faxen. Die Seiten können elektronisch signiert werden.

Hinweis: Nachdem eine App/Erweiterung installiert wurde kann diese von Chrome wieder deinstalliert werden, denn nach der Installation ist sie bereits mit Drive verbunden. Um eine App von Drive löschen zu können geht in Drive auf Einstellungen > Apps verwalten und hebt die Verbindung zu Drive auf:

Webhosting Anleitung

Um auf Dateien auf Google Drive verlinken zu können muss man diese auf eine bestimmte Art aufrufen. Zuerst erstellt man ein Verzeichnis in Drive und gibt sie frei, und zwar „Öffentlicht im Web“. Alle Dateien in diesem Verzeichnis sind nun öffentlich. Als nächstes brauchen wir die ID des Verzeichnisses. Hierzu öffnet man das Verzeichnis im Browser und schaut sich die Adresse an. In der Adresse sollte entweder „#folders/“ (die Javascript „Hash-URL“ Version) oder „/folder/d/“ (die Noscript-Version) stehen, gefolgt von der Verzeichnis-ID, die aus Buchstaben, Zahlen, Minus und/oder Unterstrichen besteht, z.B.: „0B2F-aT17EcS2eWl1a3ZOTHNEaUk“.

Diese ID kann man nun kopieren und folgendermaßen aufrufen:
http://googledrive.com/host/0B2F-aT17EcS2eWl1a3ZOTHNEaUk

Wenn die ID ein Verzeichnis ist, dann sieht man ganz einfach den Inhalt des Verzeichnisses. Wenn eine index.html-Datei existiert, sieht man stattdessen sie.

Mit z.B. folgendem Link:
http://googledrive.com/host/0B2F-aT17EcS2eWl1a3ZOTHNEaUk/styles/default.css

würde man die Datei „default.css“ im Verzeichnis „styles“ im Klartext aufrufen.

Wenn die ID jedoch eine Datei ist, dann kann man diese direkt einbinden, z.B. so:
<script type="text/javascript" src="https://googledrive.com/host/0B2F-aT17EcS2dEVjYkJFMmVNcVE"></script>

Problem und Lösung

Wenn man in Google Drive eine Datei „main.js“ hat ist es im Browser nicht möglich diese zu bearbeiten. Wenn man sie nämlich auf drive.google.com öffnet, sieht man den Quelltext farblich hervorgehoben, jedoch nicht editierbar. Wenn man die Datei nun herunterlädt, bearbeitet und über den Browser hochlädt fragt Drive nicht nach, ob die alte überschrieben werden soll, sondern erstellt dann eine 2. Datei mit demselben Namen, d.h. man hat 2 „main.js“ Dateien in einem Verzeichnis (im Gegensatz zu box.net, wo die 2. Datei in „main (2).js“ umbenannt werden würde). Da dies normalerweise auf lokalen Verzeichnissen nicht möglich wäre, ist es nun auch nicht mehr möglich die Datei über den googledrive.com Link aufzurufen (auch nicht mehr die alte Datei). Stattdessen kommt eine 404 Fehlerseite (Datei existiert nicht). Man könnte es als neue Version oder auch über das Google Drive Programm hochladen, jedoch ist das für einen Webentwickler, der schnell mal an einer Javascript- oder CSS-Datei arbeiten und es währenddessen testen möchte ziemlich lästig. Die Lösung dafür ist Neutron Drive. Diese App erlaubt es Javascript-, CSS-, HTML- und andere Dateien zu bearbeiten (sogar mit farblicher Hervorhebung, automatischer Einrückung und automatischem Schließen von Klammern und HTML-Tags. Außerdem ist es auch viel einfacher eine neue leere Datei anzulegen, egal welchen Typs:

Google Drive kann noch mehr…
Wer Google Drive noch weiter ausschöpfen möchte, der kann den nächsten Artikel lesen. Dort geht es um Google Apps Script, womit ihr für Google Drive und andere Google-Dienste programmieren könnt. Hier geht es zum Google Apps Script Artikel:
Google Apps Script – Die Zusammenarbeit mit Google Drive

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geschrieben von: FirePanther